Gedenkstätte KZ Laagberg: Ja? Nein? Enthaltung

In der Wolfsburger Kommunalpolitik besteht große Einigkeit, eine Stätte des Gedenkens für die gepeinigten Insassen des KZ-Außenlagers auf dem Laagberg zu errichten. Unklar war, ob die Fundamente der Baracke 4 am Fundort verbleiben oder ob diese geborgen und am Standort der Baracke 1 Teil der Gedenkstätte werden. Am Fundort allerdings ist die Logistik für ein Einkaufzentrum geplant.

Unsere Ratsfraktion hat nach ausführlicher Diskussion entschieden, einer Verlagerung der Fundamente nicht zustimmen zu können. Wirtschaftliche Gründe und der Beschluss für das Einkaufzentrum, der in Unkenntnis der Existenz des Bodendenkmals erfolgte, können unseres Erachtens die Verlagerung nicht rechtfertigen. Die Baracke 4 war ab Januar 1945 keine gewöhnliche Wohnbaracke, sondern die Sanitätsbaracke des Lagers, in der mutmaßlich viele Menschen starben.

Der Respekt vor den Opfern – fast alle sind namentlich bekannt – und dem Ort des Sterbens hätte eine Umplanung erfordert.

Allerdings hätte ein Nein zur Vorlage der Verwaltung das Missverständnis hervorrufen können, unsere Fraktion lehne die notwendige Gedenkstätte, die umfassend über das Außenlager des KZ Neuengamme aufklärt, ab. Ein Nein aus gänzlich anderen Überlegungen heraus als die Rechtsaußen-Truppe von der AfD, aber mit gleichem Abstimmungsverhalten, kam für unsere Fraktion ebenfalls nicht in Betracht. So blieb nur der Weg in die Enthaltung, um deutlich zu machen, dass eine andere Gedenkstätte die notwendig bessere Entscheidung gewesen wäre.